STOP / LOOK / LISTEN #64

Während deutscher Rap diese Woche nicht viel mehr als ein Fler-Interview zu bieten hat, geht andernorts ganz schön viel. Jan Wehn hat neue Songs von Rich Homie Quan, Kane Grocery, J-Walk sowie Rin, Prezident, Crack Ignaz und eine Premiere mit Sad und Slum Village rausgesucht.

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»Memes > Musik« lautet derzeit das Motto im deutschen Rap – könnte man zumindest meinen. Aber zum Glück gibt es Leute wie Rin oder Prezident, die – jeder für sich an den beiden äußeren Enden des Rap-Spektrums – beweisen, dass da auch noch gute Songs gemacht werden. Drüben gibt’s Auf-dem-Teppich-Bleiber-Hymnen von Rich Homie Quan, Meta-Rap von J-Walk und Kane Grocery sowie ATL-R&B von The Pheels, dazu eine Premiere von Sad mit Unterstützung von Slum Village.

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  • Rich Homie Quan »Neva Switch Up« (prod. Carter X)

    Diese Woche geht es superentspannt los: Rich Homie Quan hat im letzten Jahr ganz schön gegen Young Thug abgeschissen. Vielleicht muss er deshalb jetzt noch mal mit Auto-Tune-korrigierter Fistelstimme betonen, dass seine Handynummer genau wie er immer noch die- bzw. derselbe ist. Glauben wir Crooner Quan sofort.

  • Lil Uzi Vert »Countin« feat. 2 Chainz & Wiz Khalifa (prod. FKi)

    Der Bass bringt Trommelfelle zum Schlackern, die Lyrics treiben das Finanzamt zur Weißglut – Lil Uzi Vert, 2 Chainz und Wiz Khalifa mit dem Soundtrack zum Geldzählen. 🔥

  • Tory Lanez »Tim Duncan« (prod. C-Sick)

    Torontos eigener Tory Lanez hat jetzt auch einen Wochentag zum Freetrack-Releasetag auserkoren – es ist der Freitag. Genauer: der Fargo Friday. An dem gab es letzte Woche schon seinen Remix zu »Uber Everywhere«. Diese Woche huldigt Lanez über ein hypnotisierendes Instrumental von C-Sick aus Chicago dem NBA-Spieler Tim Duncan.

  • Ca$h Out »Born For This« feat. Rich Homie Quan (prod. Carter X)

    Nochmal Rich Homie Quan, nochmal Carter X. Dieses Mal zusammen mit ATL-Homie Ca$h Out und der Antwort auf die Frage, warum genau diese beiden Spezis für das Geldmachen und darüber Rappen geboren worden sind.

  • The Pheels »RnS« (prod. The Pheels)

    Apropos Atlanta: Die Stadt ist maßgeblich für den allerorts anzutreffenden Sound dieser Tage verantwortlich – aber man tut ihr unrecht. Denn abseits von Flow-Vorgaben und Beat-Blaupausen gibt es auch noch so schöne Projekte wie das von Curtis Fields und Phil Jones. Zusammen nennen die beiden sich The Pheels und machen supersmoothen R&B mit Psychedelia- und Electronica-Einwürfen. Liest sich kompliziert, klingt aber total schön. Die »likeWise«-EP soll schon bald erscheinen.

  • Kane Grocery »Land of GothGanistan« (prod. DJ Kenn)

    Goth-Money-Signing Kane Grocery hat gerade sein neues, ziemlich düsteres, brummendes, grollendes Mixtape »Land of GothGanistan« veröffentlicht.

  • J-Walk »Rip Your Face« (prod. b e a r d e d)

    Ich weiß nicht viel über J-Walk. Eigentlich nur folgendes: Er kommt aus Hemet in Kalifornien kommt, wird dem TeamSESH-Umfeld zugeordnet und veröffentlichte ein Album mit dem Namen »Assquake«. Und scheinbar waren schon mal eine ganze Menge Videos von ihm online, in denen er auf gerippten Instrumentals von seiner Angst vor dem Ozean sprach und sich dazu in Pantoffeln und mit Wasserpistolen in beiden Händen ziemlich ungelenk vor der schief gehaltenen Kamera bewegte. Zu sehen gibt es diese Videos noch auf dem Archiv-Kanal. »Rip Your Face« scheint so etwas wie ein Neunanfang zu sein. Ein ziemlich guter, wohlgemerkt.

  • Caleb Steph »Clueless« (prod. j^p^n)

    Caleb Steph ist 16 Jahre alt, aus Virginia und »kein Teil einer Gruppe, eines Movements oder Team« – so zumindest die YouTube-Beschreibung seines neuen und ersten Videos »Clueless«. Wenn die Kids™ jetzt so Musik machen, bin ich dabei. Und: Eine Creative Control-Videoproduktion.

  • Crack Ignaz & Wandl »Gödlife Pretty Boys« (prod. Wandl)

    Die pretty boys vom Gödlife Racing Team sind gerade erst von der gemeinsamen Tour mit LGoony zurückgekehrt und kommen direkt mit dem nächsten trippy movie für einen der Songs ihres gemeinsamen Albums »Geld Leben« um die Ecke.

  • Rin »Moj Jad« (prod. Canis Major)

    Rin war letzte Woche schon mit dem Video zu »Error« an dieser Stelle zu Gast. Da aber die »Genesis«-EP bei mir auf Dauerrotation ist, möchte ich an dieser Stelle auch noch auf das grandiose »Moj Jad« hinweisen. Deep!

  • Juicy Gay x STY x Fruchtmax »10 von 10«

    Mieser Hit. 10/10.

  • Prezident »Knapp 9000m tief im Köhlerliesl« (prod. Jay Baez)

    Letzte Woche noch als Track, diese Woche schon mit Video – und genau deshalb hören wir Prezident gleich noch mal dabei zu, wie er über eine rumpelnd-trötende Jay-Baez-Produktion aus seiner liebsten Spelunke im Herzen Wuppertals berichtet.

  • Sufjan Stevens »Vesuvius« (Ahzumjot Remix)

    Diese Woche wieder was von Ahzumjot – dieses Mal mit Sufjan Stevens. Den Track »Vesuvius« dürften die Mac-Miller-Fans unter euch schon kennen. Ahzumjot hat sich das Original geschnappt und einen Remix gebastelt, den man jetzt auf der kostenlosen »16QT01«-EP hören kann, auf der sich auch die anderen Remixes von Ahzumjot aus der letzten Zeit befinden. Kann man hier laden.

  • Sad »Slow Part 1« (Filewile Remix) feat. Slum Village

    Zum Schluss noch eine Premiere: Sad ist ein Produzent aus Bern und erklärter Soulquarians-Lover. Sein Album »Slow« wurde jüngst von der US-Qualitätsinstanz (und erklärten Soulquarians-Lover-Bagage) »Okayplayer« vorgestellt. Klar, will man ob des NuSoul-Vibes sofort anmerken. Auf »Slow Part 1« geben sich T3 und Young RJ von Slum Village die Ehre. Den Song gibt’s hier im bisschen trippigeren Remix von Filewile als SLL-Premiere.