STOP / LOOK / LISTEN #61
Neue Woche, neue Tracks: Jan Wehn war wieder in den Untiefen des Internets unterwegs und hat sich dort mit Songs von Kanye West, Young Thug, Sentino, Megaloh, Skepta und einem gewissen K. Ronaldo beschäftigt.
Vor lauter #tlop und Kendricks Grammy-Triumph hätte man meinen können, dass in der (vor)letzten Woche musikalisch eigentlich sonst so gut wie gar nichts passiert ist. Aber: falsch. Young Thug ist auf seinem Schmuse-Shit, Sentino war nachts in Berlin unterwegs, Juicy Gay möchte kein Alman sein, Megaloh hat die Hitze und Skepta läuft sich für sein neues Album warm. War also doch ein bisschen was los. Jan Wehn hat die Details.
-
Kanye West »30 Hours« (prod. von Mike Dean, Kanye West & Karriem Riggins)
Ist es jetzt draußen? So richtig final? Mit allem drum und dran? Wann kann, darf, muss und soll man denn eine Meinung zu Kanye Wests siebtem Album »The Life Of Pablo« und den ganzen Meta-Ebenen seiner Kunst zwischen Twitter, SNL und MSG haben? Dauert vielleicht noch. Bis dahin kann man aber schon mal guten Gewissens die GOOD-Fridays-Version von »30 Hours« pumpen. Zwar noch ohne André-3000-Adlibs und ellenlangem Outro, aber dank raffiniertem Arthur-Russell-Sample und einem nostalgisch-nörgelnden Throwback-Kanye trotzdem schon ganz groß.
-
Jay Electronica »#TBE The Curse of Mayweather«
Jay Electronicas Periscope-Game ist auf jeden Fall ziemlich strong. So strong, dass er sowohl 50 Cent als auch Kendrick Lamar während einer seiner Live-Cam-Q&As ans Bein pinkelte. Nach Rückmeldung von Fiddy gibt’s jetzt gleich einen ganzen Track, in dem auch noch Grammy-Gewinner Kendrick ein paar Watschen kassiert.
-
Young Thug »Worth It« (prod. von London On Da Track)
»Slime Season 3« kommt angeblich – unter neuem Namen – noch diese Woche. Ist aber auch ganz egal. Denn im neuen Song »Worth It« ist Thugga auf seinem Schmuse-Shit – und das geht bekanntlich immer gut.
-
Gucci Mane »Hot!« (Shlohmo Remix)
Big Guwop ist vor ein paar Tagen 36 Jahre alt geworden. Unser lieber Schlafzimmerproduzent Shlohmo hat das zum Anlass genommen, um Gucci einen kleinen aber feinen Remix seines Songs »Hot!« zu spendieren – inklusive SNES-Synths und Hektiks schiebenden HiHats.
-
Young Tapz »Killa« (prod. von Mzwètwo & Young Tapz )
Gut, das Dingen hier hat schon drei oder gar vier Monate auf dem Buckel. Aber wie Young Tapz Kid Cudi, Kanye West und Frank Ocean in einen Topf schmeißt und daraus auf »Killa« sein ganz eigenes Ding macht, verdient einfach noch mal eine verspätete Erwähnung.
-
Rich The Kid »Rich The Goat« (prod. von Mannie Fresh)
Goat > G.O.A.T. – auf so einen Unsinn muss man auch erst mal kommen. Rich The Kid hat’s gemacht und dem Mannie Fresh für seine Version von »Zehn Ziegen zogen zehn Zentner Zucker zur Zeche« ein richtiges Beat-Brett aus dem Kreuz geleiert.
-
GUTS »SCORE 20« feat. Tanya Morgan & Lorine Chia
Nicht nur Gucci Mane hatte letzte Woche Geburtstag, auch »The Score«, das legendäre Album der Fugees, hat gerade seinen 20. gefeiert. GUTS hat sich Tanya Morgan & Lorine Chia geschnappt und schwelgt ein bisschen in akustischen Erinnerungen.
-
Skepta »Ladies Hit Squad« feat. D Double E & A$AP Nast (prod. von Skepta)
Auch, wenn der Valentinstag schon ein paar Tage zurückliegt, gibt es hier noch was Selbstproduziertes von Skepta und seinen Boys D Double E und A$AP Nast. Der Hardcore-Fan kennt es natürlich schon aus der OVO-Sound-Radio-Episode 15, der Rest freut sich über den supersmoothen Soundtrack zum standesgemäßen Swerven im Nike-Rollkragenpulli auf der nächsten Engtanzparty.
-
NUGAT »Fuck MRY 5/5« (prod. von Nugat)
Apropos selbstproduziert. NUGAT hat gerade seine »Beats x Beer x Green«-EP veröffentlicht. Darauf zu hören: Allerfeinste 2k16-Beatscience zwischen nachträglich draufgeschafftem Traditionalismus und zeitgeistigem Soundcloud-Sound-Swinag. Das Schöne: NUGAT und sein Video-Dude Jannis Rolfs sind letzten Sommer durch Europa gereist und haben für jeden der fünf Songs ein schmuckes Video gedreht.
-
James Jencon »Leichenhaus«
Der Boy James Jencon hat gerade seine neues Album »Hoes, Flows, Gewalt« aus dem Jahr 1998 wieder hochgeladen. Darauf ist auch der Rundumschlag »Leichenhaus« zu hören, in dem er noch mal klarmacht, was genau sein Problem mit der VBT, #waslos und Majoe ist.
-
Juicy Gay »Ich wollte nie 1 Alman sein« (prod. von Juicy Gay)
Juicy Gay möchte kein Alman sein – zumindest nicht in diesem Land.
-
K. Ronaldo »Sushi« (prod. von ghostwerk)
Gerüchten zufolge soll sich hinter dem Sushi-Aficionado und Cunnilingus-Experten K. Ronaldo unter Umständen der Wiener Yung Hurn verbergen. Ein Interview mit ihm, RIN und dem ganzen Live-From-Earth-Kollektiv gibt es übrigens schon ganz bald auf ALL GOOD zu lesen.
-
Sentino »Unterwegs« feat. Fler (prod. von Oster)
Nach ein paar Anläufen geht der erste Song vom neuen Maskulin-Signing Sentino dank runtergeschraubter Alice-Deejay-Nostalgia und lässigem Großstadttalk doch extrem gut rein. Was allerdings fehlt sind die Adlibs. Die kann man sich in der Extended-Version von woralom aber hier gönnen.
-
Megaloh »Wer hat die Hitze« feat. Trettmann (prod. von Ghanaian Stallion)
Was für ein Song! Ghanaian Stallion fährt an Fanfaren alles auf, was nur geht, lässt es richtig im Karton rappeln, während Megaloh in Sachen Verses Maßarbeit abliefert – und Trettmann bekommt nach diesem Chorus und seiner »Kitschkrieg«-EP nun hoffentlich die verdiente Aufmerksamkeit.