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Wehn juckt's

Raop-FAQ, Teil 1: Das Wunschkonzert

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Each one, teach one. Und heute teache ich mal. Nämlich die unwissende Meute junger Deutschrap-Fans mit ihrer allseits beliebten Forderung: »Komm doch mal nach Hinterpusemuckel JWD und spiel‘ da ein Konzert!«

Ihr kennt das: Kaum sind die Tourdaten eures Lieblingsrappers verkündet worden, kann man auf Facebook oder Twitter solche Kommentare lesen. 20 Auftritte in den großen deutschen Städten reichen scheinbar nicht. Irgendwer hätte gerne noch eine Performance in seinem Vorort oder einen exklusiven Gig in seinem Heimatdorf.

Von befreundeten Bookern weiß ich auch, dass sie täglich mit Mails zugemüllt werden, in denen Leute sich zum Beispiel Geburtstagskonzerte oder Auftritte bei Vereinsfeiern von ihren Lieblingsrappern wünschen. Aber: So funktionieren das nicht. Es muss erst mal jemand aus eurer Stadt als Konzertveranstalter bereit sein, den von euch herbeigesehnten Künstler zu buchen. Aber selbst dann kommt ein Künstler noch nicht einfach so vorbei.

Jeder Künstler will seine Kunst bestmöglich auf die Bühne bringen. Und er hat je nach Status eine gewisse Vorstellung, was seine Gage angeht. Von der müssen im Übrigen auch noch Fahrtkosten, vielleicht eine Band oder ein DJ, Techniker wie Licht- oder Soundmann und auch Verpflegung und Übernachtung bezahlt werden. Die daraus resultierende Gage soll natürlich kostendeckend sein – und der Künstler möchte noch etwas daran verdienen.

Das will der Veranstalter selbstverständlich auch. Er hofft darauf, möglichst viele Tickets zu verkaufen, um zum einen die Gage, aber auch seinen weiteren Kostenapparat zu decken. Und darüberhinaus gibt es nun mal relevante Märkte, die im Hinblick auf Verkäufe bedient werden müssen – und Hinterpusemuckel JWD ist dahingehend nicht die größte, beliebteste und für ihre Kaufstärke bekannte Stadt.