Rapper's Rapper #11:
Alligatoah über Rüdiger Hoffmann

allgood_rappers-rapper_alligatoah_ruediger-hoffmann_copyright-bastian-harting_-_heiko-neumann-pr_det-kempe

Wenn diesen Freitag mit »Musik ist keine Lösung« das neue Album von Alligatoah erscheint, dann ist ein Mann mit dem Namen Rüdiger Hoffmann nicht ganz unschuldig daran. Denn auch wenn sich dieses Format hier »Rapper’s Rapper« schimpft, hat Alligatoah sich auf die Frage nach großer Inspiration und noch größerer Verbeugung für den Kabarettisten Rüdiger Hoffmann – der aktuell mit seinem Programm »Aprikosenmarmelade live« auf Tour ist – entschieden. Punchlines sind halt Punchlines.

»Der stärkste Einfluss auf mich, meine heutige Musik und meinen Humor war in jungen Jahren Rüdiger Hoffmann, der ja in erster Linie Kabarettist und Comedian ist, aber auch Lieder macht. Dabei hat er sich in Rollen versetzt und sich somit von den anderen Comedians, die von sich und ihren Erfahrungen erzählt haben, abgegrenzt – etwas, das ich auch tue. Rüdiger Hoffmann hat sich einfach hingesetzt und war der Ausländerfeind, der Spießbürger und der Waffenschieber. Mich hat damals schon beeindruckt, wie er mit ernsten und harten Themen humorvoll und bissig umgegangen ist.

Eine Rolle ist mir besonders gut in Erinnerung geblieben: Rüdiger Hoffmann hatte einen Sketch, in dem er darüber redete, dass er ein sehr toleranter Mensch sei, der keine Vorurteile gegenüber Ausländern und sogar eine polnische Putzfrau habe. Wenn die bei ihm saubermache, würde er nur die wichtigsten Elektrogeräte aus der Küche entfernen.

Leider habe ich ihn noch nie live gesehen, aber ich erinnere mich besonders an seine CD ›Asien, Asien‹, die den Eltern eines Schulfreundes von mir gehörte. Die habe ich mir ausgeliehen und sehr lange nicht zurückgegeben. Ich kannte das Programm in- und auswendig und wusste, wann die Gags kommen. Und obwohl mir die Witze bekannt waren, wurde mir dennoch nicht langweilig. Das ist ein Phänomen, das ich selber sehr spannend finde. Bei Rüdiger Hoffmann habe ich gelernt, dass man Witze so gestalten kann, dass sie nicht nur mit Überraschungsmomenten, sondern auch mit anderen Dingen arbeiten. Im Prinzip wurde da der Kern meines Schaffens geboren, ich habe das Ganze dann eben nur noch mit Rap vermischt – fertig war mein Manifest.«