ALL GOOD PODCAST #Deutschrap25 Special

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Keine neue Folge vom ALL GOOD PODCAST, dafür aber ein exklusiver Teaser. Ab Montag sprechen Jan Wehn und Visa Vie im Rahmen von #Deutschrap25 über die 25 besten Songs aus den letzten 25 Jahren Deutschrap. Der Podcast fungiert als Countdown auf den Red Bull Soundclash 2017, der am 13.12.2017 in Hamburg stattfindet und bei dem Samy Deluxe, Afrob und Eko Fresh im Team Reality Check gegen LGoony, Crack Ignaz und Soufian im Team New Level antreten. In der ersten Folge, die ihr exklusiv zwei Tage vorab hier hören könnt, sprechen Jan Wehn und Visa Vie über das Jahr 1992 und den Song »Fremd im eigenen Land« von Advanced Chemistry. #Deutschrap25 erscheint ab Montag überall dort, wo es Podcasts gibt.

  • Per

    Zunächst mal: Ich mag den allgood-Podcast und auch sonst fast alles, was auf allgood.de passiert. Ein Blog, der neben hiphop.de und diesen ganzen anderen hysterischen Hiphop-Klatschnewsseiten angenehm unaufgeregt berichtet. Auch diese „Folge“ ist gelungen (wobei man, wenn man schon bei der 92er Maxi von AC ist, auch den ersten Battle-Track aus Deutschland hätte erwähnen können. Auf der B-Seite befindet sich „Ich zerstöre meinen Feind“).

    Zwei Sachen stören mich aber, und ich würde gerne mal wissen, wie ihr, Jan Wehn und Visa Vie, das seht:

    1. Gibt es in der aktuellen HipHop-Suene eigentlich eine Diskussion über corporate-Formate? Gibt es eine kritische Auseinandersetzung über die Zusammenarbeit mit einer Firma wie Red Bull? Eine Debatte darüber, inwieweit sich eine sog. Subkultur in kapitalistische Verwertungszusammenhänge einspannen lässt? Ich bin gewiss kein Typ, der sagt, früher war alles besser. Ich mag Oldschool-Sachen, aber auch neuere Entwicklungen. Ich kann mir Torch und Stf anhören, aber auch Haze, Kalim oder Karate Andi. Trotzdem: Früher wäre so eine Sache undenkbar gewesen. Nicht mal nur, weil Mateschitz (RB-Gründer) ein rechtspopulistischer Idiot ist, sondern vor allem wegen der unreflektierten Schulterschluss mit einem Megakonzern. Erinnere mich dunkel an eine Jam irgendwann Anfang der 90er, die stark in der Kritik stand, weil ein großer Sponsor mit im Boot war. Klar, Hiphop war (jedenfalls habe ich das so empfunden) immer etwas empfänglicher für das Big Business als etwa Punk (obwohl es natürlich auch dort fragwürdige Entwicklungen gab/gibt). Aber: Ist der kritische Gestus im Hiphop mittlerweile komplett flöten gegangen?

    2. Jan hat vor einiger Zeit mal einen guten Text hier veröffentlicht („Irgendwann schrieb ich nur noch nett“ oder so). Dieser Podcast steht für mich leider auch exemplarisch für das Fazit des Textes. Zwei Journalisten trauen sich nicht Kritik zu üben, weil sie Angst haben, der Torch könnte ihnen böse sein. Sorry, aber da fehlt jede Distanz zum Thema. Und mit Journalismus hat das nichts zu tun.

    Trotzdem: Freue mich auf die nächsten 24 Tracks. Höre euch gerne zu.

  • Jan

    Hi Per. Danke für deinen Kommentar.

    Natürlich gibt es in der Szene Diskussionen über Corporate-Formate. Nicht unbedingt umfassend und ausschweifend, aber klar ist das ein Thema. Genauso wie es ein Thema in der ALL GOOD-Redaktion ist – im Kleinen wie im Großen. Man muss sich als »HipHop-Medium« nämlich tagtäglich die Fragen stellen, in welche kapitalistischen Verwertungszusammenhängen man sich einspannen lassen will, kann und muss. Aber um ganz konkret zu bleiben: ALL GOOD hat für die Preview dieser Podcast-Folge keinen Cent von Red Bull bekommen. ALL GOOD hat von Red Bull (oder sonstigen »Corporate Sponsoren«) noch nie einen Cent bekommen. Das liegt jedoch nicht (nur) daran, dass wir das grundsätzlich ablehnen, sondern weil man sich noch nie einig geworden ist – mal ist es an inhaltlichen Punkten gescheitert, aber meistens war dem Corporate Sponsor die Reichweite von ALL GOOD dann doch zu gering… Dass wir uns jetzt – full disclosure – mit RB für eine Geschichte einig geworden sind, spricht wahrscheinlich genauso für die steigende Reichweite als auch die Art der Zusammenarbeit.

    Was die kritische Auseinandersetzung angeht: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ich nicht für ein solches Projekt zusage, um dann 25 exemplarische und wichtige Songs runterzumachen. Kritik ist gut und wichtig und fehlt an vielen Stellen im (HipHop-)Journalismus, aber: Kritik um der Kritik Willen braucht es genauso wenig wie unreflektierten Jubel-Journalismus. Aber: Es gibt, wie du ja schon angemerkt hast, noch 24 weitere Folgen – und in ein paar von denen sind Visa und ich uns auch mal ein bisschen uneinig ;)

    Beste Grüße
    Jan